Weg mit 219a StGB!

Der 219a muss abgeschafft werden - dazu stehe ich weiterhin. 

Um eines klarzustellen: Bei der jetzigen Diskussion geht es nicht um die Abschaffung der Strafbarkeit bei Abtreibungen, sondern um das Recht von Ärzt*innen, Frauen über ihr Recht auf medizinische Grundversorgung informieren zu dürfen. 

Der jetzige Kompromiss verkennt die Forderung nach Rechtssicherheit für Ärztinnen und die wirkliche Selbstbestimmung der Frau. 

Im Detail: 

  1. Die Aufklärungs- und Informationspflicht soll weiterhin beim Staat liegen, aber dahingehend ausgeweitet werden, dass die Bundesärztekammer und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Schwangere mit Informationsmaterial versorgen sollen, welche Ärzt*innen Abbrüche durchführen. Ärzt*innen können sich dort melden und eintragen lassen.  Das ändert nichts daran, dass Frauen sich nicht selbst richtig informieren können, sondern auf staatliche Stellen angewiesen sind, die gerade diesem nachweislich nur lückenhaft nachkommen.

  2. Die Strafandrohung von 2 Jahren bleibt bestehen, wenn Ärzt*innen eigenständig auf ihren Webseiten werben (berufswidrige Werbung wie „hier Schwangerschaftsabbruch für 19,99€” ist ohnehin bereits durch 27 MBO untersagt). 

  3. Das Post-Abortion-Syndrom, das beschreibt, dass Frauen unter extremer Trauer nach einer Abtreibung leiden, ist bereits wissenschaftlich erforscht: Eine Mehrheit der Frauen sind davon nicht betroffen.

Die Chance das Thema Abtreibung endlich aus der Tabu-Ecke herauszuholen wurde mit diesem Vorschlag verpasst. 

Wer die richtige Entscheidung treffen will, muss umfassend informiert sein. Das gilt für die Wahl der Behandelnden genauso wie für die Wahl der Behandlung. 

Eine Gewissensentscheidung ähnlich wie bei Gesetzen zur Präimplantationsdiagnostik, zur Sterbehilfe oder zur Ehe für Alle, wäre hier die richtige Lösung!



Sally Starken